Die Show in Bildern (Fotos von Erich Malter / Werner Schwenke)
Helden
des 20. Jahrhunderts
Ein Hysterienspiel mit Puppen
Animation: Suse Wächter - Rike Schubert - Steffi König
Musik: Martin Klingeberg - Gerhard Schmitt - Matthias Trippner
Text: Jürgen Kuttner -
Stefan Schwarz - Tom Kühnel - Suse Wächter - Bernd Stegemann
Video: Jo Schramm
Ton: Lutz Nerger
Licht: Steffen Habermann
Regie: Tom Kühnel
Das 20. Jahrhundert ist ein abgeschlossenes Sammelgebiet und somit zur Besichtigung freigegeben! Das 20. Jahrhundert wimmelt von Berühmtheiten, die zu Ikonen der Geschichte wurden. In den Massenmedien erscheinen sie uns nach wie vor. Ein reich bevölkerter Götter- und Heldenhimmel begleitet unseren Alltag im Guten wie im Bösen. So gesehen, gibt es eine Art Ahnenkult der Moderne.
Inspiriert von der indonesischen Theatertradition der Stabpuppen, entstand mit den HELDEN DES 20. JAHRHUNDERTS eine Inszenierung, die auf Puppen basiert und ganz nach dem asiatischen Vorbild von Live-Musikern begleitet wird. In der künstlerischen Vereinfachung und Konzentration fand sich ein Weg, die unverständliche Kompliziertheit der Welt zu bannen. Mehr als 70 Figuren hat Suse Wächter dafür geschaffen, naturgetreue Abbilder geschichtlicher Größen, Ikonen unserer Erinnerungskultur, ein Ensemble der lebenden Toten. Geführt von Puppenspielerinnen bahnen sie sich einen labyrinthischen Weg durch Fakten, Deutungen und Bilder. So entsteht das aberwitzige Portrait eines Jahrhunderts. Laut den Mitautoren Jürgen Kuttner und Stefan Schwarz kann solch ein Versuch nur in eklektisch-reflexionslos zusammengenagelter Willkür enden. Doch gerade dadurch werden Begegnungen zwischen Freud und Hitler, Marilyn und Gagarin, Mickey Mouse und dem russischen Bären möglich und wirken durchaus aufschlußreich
Ursprünglich 2003 als Koproduktion des Theater Basel mit dem TAT Frankfurt entstanden, ist dieser Abend in ausdauernder Entwicklung begriffen und gastierte unter anderem an der Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Köln und in Warschau.